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Hafenmanöver - Schritt für Schritt

Wie man Hafenmanöver richtig fährt

Der moderne Waddenhaven / Yachthafen auf Vlieland: Im Sommer ist er oft wegen Überfüllung geschlossen. Dann heißt es: abdrehen oder ankern. Bei starkem Wind muss jedes Hafen-Manöver "sitzen". In Lars Bolle/Klaus Andrews Hafenmanöver wird alles haarklein erklärt.

Bolle/Andrews: Hafenmanöver Schritt für Schritt

Lars Bolle/Klaus Andrews, Hafenmanöver Schritt für Schritt

Bei praxisbezogenen Manöverbüchern für Yachtsegler kann man inzwischen leicht den Überblick verlieren. Mit einem neuen Konzept erklären aber Lars Bolle und Klaus Andrews auf 114 Seiten mit 136 Farbfotos und 150 Fotomontagen angehenden, aber auch erfahrenen Yachtskippern von Monohulls bis ins letzte Detail Hafenmanöver unter Maschine, unter Segeln und mit Leinenhilfe - bei allen möglichen Windverhältnissen. Beim Segeln lernt auch der vermeintlich alte Seebär immer noch etwas hinzu - das gilt auch bei Hafenmanöver - Schritt für Schritt. Es lohnt also auch für "Profis". Schon das Cover zeigt das neue Konzept: Der Schwerpunkt liegt eindeutig bei den Fotos aus dem Mast. Leider hat man als Grundfarbe durchgehend dunkles Meerblau gewählt: Die weiße Schrift lässt den Leser aber schnell ermüden. Das ist schade, will ein solches Buch doch meist "gefressen" werden.

Es wird aber fast nichts ausgelassen: Angefangen von Lateralplan und Aufbau von Yachten, die bereits in die Manövervorbereitungen einbezogen werden müssen, über Knoten (leider nur die aus den Lehrbüchern) bis hin zum Radeffekt, Umgang mit Fendern und Leinen wird alles von Grund auf erklärt. Zu den Basics gehören seitliches An- und Ablegen, aber auch der "Gassentango" fürs Hafenkino. A propos Knoten: Die Darstellung des Palsteks dürfte alte Diskussionen wieder aufwärmen: Bei Lars Bolle/Klaus Andrews' Hafenmöver liegt der Tampen innen. In vielen Lehrbüchern wird er genau umgekehrt erklärt: Der Tampen soll außen liegen - der innenliegende Tampen könnte aufgestoßen werden.

Auch alle gängigen Mann-über-Bord-Manöver wie Münchner Manöver, Quickstop und auch die offenbar unausrottbaren komplizierten Schulbuchklassiker wie "Wende, Halse, Wende" werden bildhaft dargestellt. Solche komplizierten Manöver gehen auf Yachten, bei denen der Skipper abhanden gekommen ist, garantiert schief. Immerhin lassen die Abläufe aber schnell die Unterschiede erkennen. Welches Manöver auf der Yacht gefahren werden soll, muss der Skipper schließlich bei Antritt der Fahrt festlegen und bei den ersten Schlägen gehörig üben. Es ist seine beste Lebensversicherung.

Besonders der richtige und phantasievolle Einsatz der Festmacher wird ausführlich behandelt - bis hin zum Schleppen durch Seenotrettungsboote oder andere Yachten. Dabei wird auch auf die Crewstärke eingegangen. Denn besonders auf Eigneryachten sind oft nur zwei Hands, da muss das Manöver oft auch nur mit einer Leine klappen. Für Mittelmeersegler besonders interessant sind die Manöver mit Anker (römisch-katholisch) und mit Muringleinen - und alles wird auch unter Segeln "gefahren".

Was eindeutig fehlt, sind neben Katamaran-Besonderheiten (die aber auch sicherlich ein eigenes Buch füllen könnten) die Schleusenmanöver: Wer das sommerliche Chaos in den Binnen- und Seeschleusen in Holland kennt, weiß: Da gibt es noch enormen Nachholbedarf. Da scheint es sich beispielsweise immer noch nicht herumgesprochen zu haben, dass beim Schleusen "von süß nach Salz" wegen der Strömung zuerst die Achterleine zu belegen ist. Und manch eine Chartercrew oder ein Seglerpärchen wäre für einen Hinweis dankbar, wie man flott und sicher das Boot in der Schleusenkammer an der richtigen Seite festmacht.

Sailpress-Tipp fürs Pärchen-Segeln beim Anlegen in der Schleuse: Erst einmal eine Leine von der Mittschiffsklampe aus belegen - denn vorne und achtern erreicht man die Poller in der Schleuse nur schwer.

Fazit: Ein hilfreiches Buch für Anfänger und Profis, leicht und verständlich beschrieben.

Klappentext:

"Als Sportbooteigner in einer Studie gefragt wurden, welche Gründe sie von der Ausübung ihres Hobbys abhielten, nannten sie an erster Stelle nicht etwa die Angst vor Sturm oder Seekrankheit. Hauptgrund war die Unsicherheit im Umgang mit dem Boot im Hafen, die Angst vor einer Kollision, vor Blamage. Hier setzt dieses Buch an: In leicht verständlicher Weise wurde das für Hafenmanöver wichtige Wissen aufbereitet – die optimale Hilfestellung für Eigner und Charterer mit vielen Fotos.

Die Manöver hat Fotograf Klaus Andrews während umfangreicher Fahrten aus dem Mast genau dokumentiert, Autor Lars Bolle erklärt anhand dieser detaillierten Fotofolgen alle Abläufe Schritt für Schritt.

So wird das An- und Ablegen an Stegen mit Pfählen erklärt, an Kaimauern, an Piers mit Murings und auf römisch-katholische Art mit Buganker sowie an Bojen und Fingerstegen. Und das Ganze sowohl unter Motorhilfe als auch unter Segeln. Extra-Kapitel widmen sich dem Ankern, es werden das Drehen und Verholen im Hafen, das Schleppen sowie Mann-über-Bord-Manöver erklärt. Auch Einhandsegler oder Zwei-Personen-Crews finden die für sie besten Varianten.

Lars Bolle ist langjähriger Jollen-, Fahrten- und Regattasegler, Eigner sowie Deutscher Meister im Finn-Dinghy. Als Redakteur der Zeitschrift YACHT testete er zahlreiche Jollen und Yachten und war auf Revieren rund um die Welt im Einsatz.

Klaus Andrews ist freiberuflicher Fotograf, spezialisiert auf maritime Themen von der Optimist-Jolle bis zur Bohrinsel. Seit 15 Jahren fotografiert er Segelthemen für die Zeitschrift YACHT. Als Text- und Fotojournalist nahm er an Hochseeregatten teil und überquerte den Atlantik."

Klaus Andrews, Lars Bolle
Hafenmanöver Schritt für Schritt
ca. 144 Seiten, 136 Farbfotos, 150 Fotomontagen, 15 Zeichnungen, Format 21,5 x 28 cm, Englisch Broschur, Delius Klasing
19,90 Euro (D)
20,50 (A)
31,90 Sfr (CH)

ISBN 978-3-7688-3256-4
Delius Klasing Verlag Bielefeld


Versandkostenfrei erhältlich auch im Sailpress-Shop.

In der Seeschleuse

Leider in Lars Bolle/ Klaus Andrews Hafenmanöver nicht erklärt: Schleusenmanöver.



(c) Q-Visions Media Andrea Quaß