Sailpress-Service: Alles über EPIRB's und SART's


Seenotfunkbaken

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Wenn der letzte Strohhalm nur ein Knopfdruck weit weg ist...

Es gibt im GMDSS-System drei Arten von Seenotfunkbaken (EPIRB=Emergency Position Indicating Radio Beacon), die nicht nur per Funk Alarm auslösen, sondern auch eine Ortung ermöglichen oder sogar den (GPS-)Ort via Satellit der zuständigen Seenotleitstelle (MRCC, Maritime Rescue Coordination Center) übermitteln.
Radartransponder (SART, Search and Rescue Radar Transponder) "werfen" ein Notsignal auf Radarschirme anderer Schiffe.

Das sind die Not-Frequenzen der EPIRB's:

121,5 MHz = Flugfunk-Notfrequenz (Dienst wird am 1. Februar 2009 eingestellt) Sie wird von der zivilen Fliegerei, SAR-Einheiten und COSPAS/SARSAT-Satelliten abgehört. Normale Schiffahrt: Fehlanzeige.
Satelliten können das analoge Signal, das höchstens eine Kennung enthält, allerdings nur mit dem Doppler-Verfahren orten. Die Angaben über die Genauigkeit schwanken stark: Sie reichen von zehn Seemeilen bis hin zu Flächen von mehreren hundert Quadratseemeilen. Die Genauigkeit ist abhängig von der Frequenzstabilität des Senders, die bei den Billig-Geräten meist nicht gut sein dürfte. Die Position wird aber nicht gepeichert, sondern mit dem Alarm nur direkt an die nächste Bodenstation (LUT, Local User Terminal, weltweit gibt es 38) weitergeben.
Das heißt im Klartext: Nur wenn Funk (=Sicht-)Verbindung zwischen Sender, Satellit und Bodenstation besteht, klappt's auch mit dem Alarm. Das sind in der Praxis etwa 2500 Kilometer Radius: Da klaffen schon auf dem südlichen Atlantik Lücken.
Ein empfangener Alarm wird an das zuständige MRCC weitergegeben. Die US-Küstenwache spricht von einer etwa 98-prozentigen Fehlalarmquote.

Fazit: Nichts für Hochseeyachten. Höchstens als Hilfsgerät fürs Homing, d.h. dem Zielanflug für SAR-Einheiten geeignet. Aber dafür reicht auch ein normales oder mobiles UKW-Funkgerät.

ACHTUNG: Satelliten-Dienst wird am 1. Februar 2009 eingestellt. Wie Cospas-Sarsat im März 2007 mitteilt, wird der Betrieb der Satellitenauswertung des Alarmierungssystems auf den Flugfunknotfrequenzen 121.5/243 MHz zum 1. Februar 2009 eingestellt. Eigentümer von Notfunkbaken (Epirbs) sollten rechtzeitig Schritte einleiten ihre 121.5/243 MHz Baken gegen auf der Frequenz 406 MHz arbeitende Baken auszutauschen. Ein guter Zeitpunkt zum Wechsel ist nach Ansicht von Cospas-Sarsat der Zeitpunkt zum etwa alle fünf Jahre notwendigen Akkuwechsel..

Ab 2009 werden ausschließlich 406 MHz Satelliten- Notrufbaken durch das Cospas-Sarsat Satellitensystem unterstützt. Das betrifft alle im maritimen Bereich zur Anwendung kommenden Baken (EPIRBs), alle Luftfahrt-Baken (ELTs) und alle personenbezogenen Baken (PLBs). Die zusätzliche Ausstrahlung von 406 MHz Baken auf der Frequenz 121,5 MHz wird weiterhin zur Peilung des Standortes (Homing Device) durch SAR-Einheiten genutzt.

Siehe auch COSPAS-SARSAT

Weil die Geräte aber leicht und billig (z.B. MiniB 300 von ACR) sind, können sie auch in der Jackentasche mitgeführt werden, was zum Beispiel bei MOB-Manövern nützlich für die Retter ist. Es gibt dafür auch kleine handliche Peilempfänger. Aber auch bessere Funkpeil-Systeme für MOB.

  • Sendedauer: 24 Stunden
  • Reichweite: 17 sm bei Homing
  • Alarmierung des MRCC: durchschnittlich 70 Minuten via Satellit
  • Gewicht: 220 gr
  • Abdeckung: nur im Radius von 2500 km um die LUT's


Aus dem Werbeprospekt: "Mini B2 von ARC: Auf zwei Frequenzen, 243 und 121,5 Mhz, sendet der weltweit einsetzbare Notsender seine Signale, mindestens 48 Stunden lang (bei -20 °), mit einem kontinuierlichem Homing-Signal. Dadurch können die SAR-Dienste ihre Suche schnell und effektiv organisieren. Das kann für Fahrten- und Regattasegler lebensrettend sein, gerade auch auf den viel befahrenen "kleinen" Meeren wie Nord- und Ostsee oder dem Mittelmeer. Ideal als wichtige Zusatzausrüstung in der Rettungsinsel oder in der Jackentasche für Küsten- und Regattasegler: Sendedauer (-20° C): 48 Stunden Batteriewechsel/Wartung: alle 6 Jahre Lagerfähigkeit der Batterie: 12 Jahre Maße: 15 x 6,6 x 3,9 cm Gewicht: 260 g, Preis: ca. 400 Euro."


243  MHz = militärische Notfrequenz (ACHTUNG: Satelliten-Überwachungs-Dienst wird am 1. Februar 2009 eingestellt)
 
 

406 MHz  = dient der Übermittlung von digitalen Notrufen inklusive MMSI-Nummer oder anderer Kennung an COSPAS/SARSAT-Satelliten. EPIRB's können von diesen Satelliten im Doppler-Verfahren geortet werden. Signale werden gespeichert und beim nächsten LUT-Überflug weitergegeben.

  • Genauigkeit: 1 bis 50 sm
  • Dauer bis zur Alarmierung des MRCC: bis zu mehreren Stunden
  • Abdeckung: fast weltweit
  • Gewicht: > zwei kg

Das "International COSPAS-SARSAT Programme Agreement" wurde am 1. Juli 1988 in Paris von der damaligen Sowjetunion, den USA, Kanada und Frankreich gegründet. Mittlerweile sind dem Programm viele weitere Länder beigetreten, und von 1982 bis 2004 wurden durch das COSPAS – SARSAT - System insgesamt 17.117 Personen in 4.851 SAR-Einsätzen gerettet. Die russische Abkürzung COSPAS steht für Cosmicheskaya Sistyema Poiska Avariynich Sudow (Weltraumsystem für die Suche nach Schiffen in Seenot); die englische Abkürzung SARSAT bedeutet Search and Rescue Satellite - Aided Tracking (Satellitenortungssystem für den Such- und Rettungsdienst).

Dazu navtec GmbH:

"Eine 406,025 MHz und 406,028 MHz EPIRB haben Vorteile gegenüber den einfachen 121.5 MHz ELTs. Die Satelliten berechnen und speichern die ermittelte Position der EPIRBs und senden diese Position wenn sie eine Bodenstation überfliegen. Durch die umlaufenden Satelliten erreichen 406-MHz-EPIRBs eine globale Erfassung. Die 406 MHz EPIRB sollte mit dem Namen des Wasserfahrzeugs, MMSI, etc. programmiert werden. Dies ermöglicht den SAR Kräften eine Identifizierung des Havaristen..

COSPAS/SARSAT Transponder sind Nutzlasten von Wettersatelliten der USA, Rusland, Frankreich und Kanada. Das Prinzip der Positionsbestimmung über die Messung der Dopplerverschiebung des Empfangssignals bleibt beim COSPAS/SARSAT 406-MHz System erhalten, jedoch verwenden COSPAS/SARSAT EPIRBs hoch genaue Oszillatoren, sogenannte OCXOs (oven controlled crystal oscillators). Die hierdurch verbesserte Doppler Messung reduziert, in Abhängigkeit von der Satellitenposition und der Abdrift des Schiffes, den Positionsfehler auf 1 bis 50 NM.

COSPAS/SARSAT Satelliten nutzen eine niedrige Umlaufbahn über die Pole. COSPAS/SARSAT EPIRBs verwenden ebenfalls einen Datensatz mit Schiffsnamen, Rufzeichen, etc. Diese EPIRBs müssen mit den Daten programmiert werden und ermöglichen im Notfall eine Identifikation des Fahrzeugs. Durch COSPAS/SARSAT konnte die Anzahl der Fehlalarme deutlich reduziert werden, sie ist jedoch immer noch sehr hoch. Ein großer Nachteil von Satelliten in niedrigen Umlaufbahnen bleibt jedoch, dass der Notruf erst abgesetzt werden kann, wenn ein Satellitenaufgang erfolgt ist. In Abhängigkeit vom Breitengrad kann dies jedoch u.U. Stunden dauern.

Die große Frequenzstabilität des 406 MHz EPIRBs Signals führt zu Fehlern bei der Positionsbestimmung von 1 bis 50 NM. Ein exakter Wert kann wegen der unbekannten und veränderlichen Geometrie zwischen EPIRB und Satelliten Umlaufbahn nicht angegeben werden.

Aufgrund der Nutzung von Satelliten in niedrigen Umlaufbahnen muß der Nutzer mit Verzögerungen von 15 Minuten bis 4 Stunden bei der Übermittlung des Notrufs an die SAR rechnen.

COSPAS/SARSAT EPIRBs wie die navtec global-C plus EPIRB können mit GPS-Empfängern ausgerüstet sein. Dadurch wird die Positionsbestimmung wesentlich verbessert. Weiterhin kann das System zukünftig durch geostationäre Satelliten (GEOSAR) verbessert werden. Auch wenn die GEOSAR Satelliten verfügbar sind, wird die mangelhafte Abdeckung erhalten bleiben, da die Geometrie zwischen GEOSAR Satellit und COSPAS-SARSAT EPIRB Antennendiagramm zum Datenverlust führen kann."

Das Inmarsat-E/E+ System "1,6 GHz- L-Band-Bake) wurde zum 1.12.06 abgeschaltet.
Für diesen Dienst konnten insgesamt nur 1300 Kunden gewonnen werden, davon weniger als 100 aus der ausrüstungspflichtigen Schifffahrt (SOLAS-Schifffahrt). Inmarsat Global Ltd. bietet allen bisherigen Nutzern von Inmarsat E den kostenlosen Umtausch ihrer Notfunkbake in eine COSPAS/SARSAT-Bake mit integriertem GPS an.

 


Radartransponder - SART's 

SART's sind Radarantwortbaken. Sie besitzen einen Breitbandempfänger und - sender im Radar-Band (X-Band: 9,2 bis 9,5 GHz).
Bei Aktivierung (nur im Notfall) senden sie bei Empfang eines Radarsignals einen Code: Der erzeugt auf dem Schirm ab der Position eine Reihe von zwölf Punkten, ähnlich wie bei RACON's.

  • Reichweite: zehn sm bei einer SART-Höhe von einem Meter (z.B. in der Rettungsinsel) und einer Radarantennenhöhe von 15 Metern.
  • Gewicht: ein kg
  • Sendedauer: acht Stunden


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