Gegen den Wind - die richtige Taktik an der Kreuz
- Teil 1 -


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Wenn's gegen den Wind geht, sind viele Skipper hilflos: Meist wird ohne System "gegenangekreuzt".
Doch Taktik ist nicht nur etwas für Regattasegler: Auch Fahrtensegler sollten sie beherrschen, schließlich führt eine gute, überlegte Taktik schneller ans Ziel und die Crew in die Kneipe.
Doch dazu gehört nicht nur der gekonnte Umgang mit Karte, Kompaß, Verklicker und Taktik-Rechenscheibe, sondern auch etwas Wetterkunde.

Einige Begriffe:

Streckbug: Längerer Schlag, der das Schiff dem Ziel näherbringt
Holebug: Kürzerer Schlag, der nur Höhe herausholt
Coriolis-Kraft: Bedingt durch die Erdumdrehung, sorgt sie dafür, daß auf der Nordhalbkugel alle Bewegungen nach rechts abgelenkt werden. Je schneller die Bewegung, desto stärker die Ablenkung.

Einige Grundregeln

Bringe das Ziel zwischen Dich und den Wind, fahre niemals nach Luv!

Starte immer auf dem Streckbug.

Bei böigem Wind (zum Beispiel Rückseitenwetter nach Durchzug einer Kaltfront) sollten die längeren Schläge immer mit Backbordbug erfolgen.
(Weil Böen aus großen Höhen kommen und daher stärker sind als der Bodenwind, fallen sie wegen der Coriolis-Kraft rechtgedrehter ein - auf Backbordbug kann man dann höher herangehen.)

Im Tagesverlauf folgt der Wind bei stabilen Luftmassenbewegungen in der Regel der Sonne: Er dreht wegen der Corioliskraft recht.

Liegt das Ziel beim Kreuzen genau querab (plus/minus 090 Grad zum Kompaßkurs) kann man es nach der Wende frühestens anliegen.

Nicht die Höhe ist entscheidend, sondern die Zielgeschwindigkeit, mit der man sich dem Ziel nähert.


Zwei Fälle sind möglich:

1) Das Ziel liegt genau in Windrichtung
2) Das Ziel liegt etwas abseits der Windrichtung, ist aber unter Segel nicht direkt zu erreichen

Erster Fall

Liegt das Ziel genau in Windrichtung, kann man mit zwei gleichlangen Schlägen oder aber mit mehreren kürzeren Schlägen das Ziel erreichen.
Bei kurzen Strecken kosten Wenden viel Zeit, andererseits ist man bei Winddrehungen immer begünstigt.
Immer gilt: Lieber fünf Grad abfallen und wesentlich schneller segeln, als "Höhe knüppeln" und wegen der geringeren Geschwindigkeit auch noch zu sehr abzudriften.

Kurs A führt schneller zum Ziel: Die Strecke ist zwar länger als bei Kurs B, wird aber mit vergleichsweise höherer Geschwindigkeit zurückgelegt.

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