Das Logbuch
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Das Führen eines Seetagebuches (Logbuch) ist auch
auf Sportbooten/Charteryachten vorgeschrieben.
Dazu gibt es (wieder mal) ein aktuelles (2006) Merkblatt
vom Verkehrsminister
Infos vom
Verkehrsminister
zum Thema Logbuchpflicht für Sportschiffer:
BERLIN. Schiffssicherheit ist unteilbar. Daher
wurde sowohl im Schiffssicherheitsgesetz (SchSG) vom 9.
September 1998 (BGBl. I Nr. 63 S. 2860) als auch in der
Schiffssicherheitsverordnung (SchSV) vom 18. September 1998
(BGBl. I Nr. 66 S. 3013, 3023) davon abgesehen, die Sportfahrzeuge
von den grundlegenden Bestimmungen über Schiffssicherheit
von vorneherein auszunehmen, wie dies noch in der vor dem
1. Oktober 1998 gültig gewesenen Schiffssicherheitsverordnung
der Fall gewesen war. Dies entspricht dem internationalen
Standard wie z.B. den Vorschriften des SOLAS-Übereinkommens,
die zum Teil unmittelbar auch für Sportfahrzeuge gelten.
Grundsatzbestimmungen wie § 3 SchSG über die Pflicht
des Schiffsbetreibers zur Sicherheitsvorsorge und § 2 SchSV
zur Selbstkontrolle hinsichtlich des sicheren Schiffsbetriebs
gelten daher auch für die Sportfahrzeuge. Daneben wird
jedoch hinsichtlich der spezifischen Einzelanforderungen
jeweils nach Schiffstypen differenziert.
Bei dieser Ausgangslage ist in den vergangenen Monaten in
der Öffentlichkeit in Bezug auf Sportfahrzeuge die
Frage erörtert worden, welche Unterscheidungen sich
bei den Einzelanforderungen ergeben, die auf die Führung
von Seetagebüchern gerichtet sind: "Müssen Skipper
Seetagebücher führen?"
Diese Ausgabe der MSInfo stellt den Eigentümern und
Betreibern von Sportfahrzeugen in Anlage 3 ein Merkblatt
als Orientierungshilfe zur Verfügung, aus dem sich
die Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen
entnehmen lassen."
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Auf jeden Fall gilt weiterhin: Wer keins führt, handelt leichtsinnig.
Die Qual der Wahl
- Es gibt im Fachhandel einige unterschiedliche Vordrucke
in Buchform. Sogar für Charterer. Wer beamtet ist,
hat daran sicher seine helle Freude. Aber es geht nicht
alles rein. Schon beim Wetterbericht gibt's meist Platz-Probleme.
- Es reicht völlig eine große Kladde. Möglichst
mit durchnumerierten Seiten.
Wer schreibt?
- Mindestens der Skipper. Am besten aber alle mal. Das erhöht
den dokumentarischen Charakter. Immer mit Namen oder
Kürzel zeichnen.
Und los geht's
Das Vorwort zu jedem Törn
- Angaben zum Törn, Abfahrt und Ziel.
- Angaben zum Schiff: Typ, Besegelung, Name, Funkzeichen,
Abrechnungscode, Heimathafen, Flagge, Länge, Breite,
Tiefgang, Motor (PS, Verbrauch pro Stunde), Inhalt Wasser-
und Treibstofftanks, Anker (Art, Länge der Kette).
- Crew, Skipper und Co-Skipper: Alle Herrschaften namentlich
auflisten.
So fängt jeder Tag an
- Wetterbeobachtungen, Barometerstand, Windstärke und
-richtung, Wolken, Seegang.
- Was wurde gecheckt? Ölstand, Bilge, Keilriemen. (Kann
wichtig werden, wenn es zu einem Schaden kommt. Damit kann
man nachweisen, daß bestimmte Kontrollen regelmäßig
durchgeführt wurden)
So fängt jeder Schlag an
- Zielhafen, Uhrzeit beim Auslaufen, Loggestand (!!), Baro-Stand,
Wind und Seegang, Wacheinteilung.
Auf See ist das Logbuch grenzenlos
- Eingetragen werden nur alle tatsächlich gefahrenen
Kurse und Geschwindigkeiten. Pflicht ist der Eintrag vom
rechtweisenden Kurs (rwK), also der Kartenkurs. Aber lassen
wir das Seeamt auch wissen, daß wir mit Beschickungen
für Abdrift, Mißweisung und Strom umzugehen wissen.
Also ebenfalls eintragen.
- Jeder Eintrag beginnt mit Uhrzeit und Loggestand.
- Navigation gehört unbedingt hinein: Wie wird navigiert
(etwa nur mit GPS, wie peinlich...)? Peilungen mit Winkel,
Objekt und Uhrzeit eintragen. Mindestens stündlich
gehört eine Position mit Länge und Breite ins
Logbuch.
- Segelführung ist ebenfalls Pflicht: Was ist oben,
wann wird gerefft?
- Warum nicht auch mal nette Beobachtungen oder Dönekes
aus dem Bordleben eintragen? Bei mir stand mal nach einem
Hacktörn zu lesen: "Ab wann ist Segeln eigentlich
verboten?" So schreibt sich jeder den Frust von der
Seele. Muß erlaubt sein.
- In einer Kladde die linke Seite frei lassen. Da kann man
später die Quittungen vom Hafenmeister, Kneipenrechnungen
oder Bilder reinkleben. Für die Crew gibt's hinterher
eine Kopie aller Seiten als Erinnerung.
So endet jeder Schlag
- Motorstand, Loggestand, Etmal. Wo und wie in welchem Hafen
(Brötchen holen lassen, auf der Tüte steht meist
die Adresse vom Bäcker, ha, ha) angelegt.
- Besonderheiten vom Revier und vom Hafen eintragen: Wo
gibt's Wasser, Kraftstoff, Proviant, wo kann man gut essen,
wo wird man abgezockt, wo lauern Untiefen, neue Wracks?
Und nach dem Törn kurze Infos mit Längen- und
Breitenangaben ans ESYS.
Tipp von Volker
Schürg zum Thema Navigation mit - und ohne GPS:
Da man immer damit rechnen muss, dass das GPS ausfällt und damit ich bei
untiefem Gewässer oder harten Segelbedingungen nicht dauernd zum
Kartentisch rennen muss, erstelle ich mir folgenden schriftlichen
Segelplan. Der Segelplan wird mit Hilfe des GPS erstellt und über die
Wegpunktentfernungen auf der Karte kontrolliert. Vielleicht kann dieser
auch für andere Segler eine gute Hilfe sein.:
Uhrzeit / WP (GPS) / WP-(Karte) / Seezeichen / COG / DIST
Uhrzeit: Ankunftszeit beim Wegpunkt
WP (GPS): Wegpunkt-Nummer im GPS
WP (Karte): Wegpunkt-Nummer lt. Tabelle oder Karte
Seezeichen: Beschreibung des Seezeichens
COG: Kurs über Grund zum nächsten Wegpunkt
DIST: Entfernung zum nächsten Wegpunkt
Herzlichen Dank an Volker Schürg
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