Kleiner Knigge

Wenn's Ärger gibt mit der Zeitung

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Grundsätzliches

  • Der PR-Mensch hat keinen Anspruch darauf, daß sein Text überhaupt, in genau dieser Form und genau in dieser Länge abgedruckt wird. Das bestimmen immer noch wir. Rast abends ein Amokläufer durchs Dorf, fliegen weniger wichtiger Meldungen knallhart aus dem Blatt. Aber auch rein layouttechnische Gründe spielen täglich eine große Rolle.

  • Nicht nerven: "Wann erscheint das denn?" Ein halbwegs guter Pressesprecher hat alle Zeitungen am Ort abonniert und wertet sie aus.

  • Nicht um Belege betteln. "Belegexemplare" gibt es für normale Meldungen nicht. Wir wären ja auch dumm, wenn wir unsere Zeitung, die wir verkaufen wollen, verschenken würden.

  • Der persönliche Kontakt zu den Redaktionen ist durch nichts zu ersetzen. Ab und zu mal vorbeikommen. Als "Neuer" sich vorstellen, mit den Redakteuren reden. Mal fragen, wie da gearbeitet wird, was man an der bisherigen Pressearbeit verbessern kann.

  • Alle Medien arbeiten unterschiedlich, haben verschiedene Redaktionschlußzeiten, Arbeitsweisen, Arbeitszeiten, Bedürfnisse. Ein guter PR-Mann war in allen Redaktionen und weiß, wann sein Text wo abgegeben werden muß, damit er noch rechtzeitig im Blatt ist.

  • Für Tageszeitungen gilt: Vormittags sind viele Termine, nachmittags so ab 16 Uhr sind alle voll damit beschäftigt, die Seiten und Texte zu erstellen. Wer spät kommt, muß damit rechnen, daß niemand Zeit für ihn hat.

  • Die Zeitung wird für den zahlenden Leser gemacht und nicht für den Herrn Pressesprecher XYZ.


Das gibt Ärger...

Wenn 's denn passiert ist

  • Dem PR-Mann paßt was nicht. Die Meldung ist unvollständig abgedruckt worden, da ist was verändert worden, der Bericht vom Redakteur/Freien war kritisch oder "falsch", der Fotograf war zu spät, zu früh, überhaupt nicht da.

Was nun?

  • Wer das da oben gelesen und verstanden hat, regt sich schnell wieder ab. Nochmal: Es gibt keinen Anspruch auf "möglichst positive Berichterstattung". Schon mal was von Pressefreiheit gehört?

  • Das heißt aber nicht, daß man sich nicht mal "melden" kann. Das und das hat uns nicht gefallen. Wer nicht gleich wutschnaubend in die Redaktion gerauscht kommt, hat gute Chancen, angehört zu werden. Laßt uns miteinander reden.

Wo gearbeitet wird, werden Fehler gemacht

  • Das ist eine schreckliche Tatsache, die uns fast täglich im gedruckten Blatt in Form von Fehlern, ärgerlichen "Tippsen", "Drehern" oder gar tieffliegenden "Enten" angrinst.

  • Dicke "Eier" versuchen wir wieder ins rechte Licht zu rücken: der falsche Termin, der falsche Ort, die falsche Telefonnummer, der falsche Titel, der falsche Vorname. Man weise uns nur darauf hin. Aber bitte nicht "durch den Hörer kommen".


Der Leserbrief

Forum für Leser

  • Die Leserbrief-Spalte ist ein Forum für die Leser und nicht die Kolumne für frustrierte PR-Menschen. Wer als PR-Mann einen Leserbrief schreibt, anstatt eine vernünftige Stellungnahme abzugeben, taugt nicht viel. Leserbriefe von Parteien haben meist überhaupt keine Chance.


Die Gegendarstellung

Das ist die Sache für die Juristen

  • Wenn eine "Gegendarstellung" ins Haus flattert, freuen sich die Juristen: Denn Redakteure haben damit nix, aber auch gar nix zu tun. Nur die Rechtsabteilungen der Verlage (oder später die Gerichte) entscheiden über den Abdruck.

  • Gegendarstellungen müssen sich knüppelhart auf das beziehen, was sachlich angeblich falsch war. In der Gegendarstellung darf wiederum nur Sachliches (Tatsachenbehauptungen) stehen. Also keine Meinungsäußerungen oder Beschimpfungen oder sowas. Gegendarstellungen müssen haargenau einer bestimmten Form entsprechen, die in den jeweiligen Landespressegesetzen genau definiert ist. Selbst Rechtsanwälte, die sowas selten machen, haben damit große Schwierigkeiten. Was nicht der Form entspricht, wird vom Hausjuristen zurückgewiesen. Zu recht.



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