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Zubehör

Manche Charterboote sind spartanisch ausgestattet.

Was man dabei haben sollte

Sextant.


Charterschiffe sind nur mit dem Nötigsten ausgerüstet. Man sollte damit rechnen, dass wichtiges Zubehör nicht an Bord oder aber defekt ist. Viele nützliche kleine Dinge sollten daher noch ins Charter-Gepäck. Wer mit Air Berlin/LTU fliegt, kann auch Segelklamotten wie Ölzeug, Neopren-Anzüge, Schwimmflossen, Leinen, Bändsel und Rettungswesten (Patrone abdrehen!) als zusätzliches Sportgepäck mitnehmen. Bei anderen Ferienfliegern nachfragen.

Rettungswesten

Automatische Rettungswesten müssen wegen der als gefährlich geltenden CO2-Patronen vorher bei der Airline angemeldet werden und können dann im normalen Gepäck mit. Nicht ins Handgepäck nehmen! Mehr.

Was meist nicht an Bord ist ...

... und worüber sich der Smutje freut:

* Ein Gasanzünder mit langem Schaft für den Herd

* Kleine Gewürzsammlung. Man muss vor Ort ja nicht alles kaufen.

* Geschirrhandtücher, gewaschen (nicht neu).

Für die Bastelstunde

* Ein kleines Vielfachmeßgerät, um Elektrowürmern auf die Spur zu kommen.
* Takelzeug: Handschuh, Nadel, Segelgarn, breites Tape (Panzerband)

* Klebstoff (z.B. Pattex extreme)

* Gelcoat aus der Tube mit Härter (für die Schrammen...) .

Fessle mich!

* Leinen und Bändsel. Vorschlag: Zwei jeweils zehn Meter kräftige Leinen für Anker-Tripleine, Reitgewicht oder zum Verzurren vom aufgeblasenen Dinghi an Deck. Dazu mindestens zehn Bändsel (ein bis zwei Meter). Besonders Bändsel sind fast nie an Bord.

Helly Hansen Shop

Taschen-Feuerwerk

* Ein Nico-Signal mit zwei Magazinen zu je sechs/vier Schuß rot und weiß sollte man griffbereit haben. Nico-Signal bietet sowas neuerdings mit Metallverpackung an, angeblich kann's dann auch ins Fluggepäck. Die diversen Signalstifte, die man schon an Land nicht zusammengefummelt bekommt, sind Unsinn. Aber besser als gar nix.

Gar nicht blöd: Ein eigenes Leuchtfeuer hilft den Rettern, wenn Hein über Bord gegangen ist.

* An die Rettungsweste gehört ein Licht. Funzeln mit Seewasserbatterien (Brenndauer: etwa vier Stunden) können nicht geprüft werden. Besser sind Blitzlampen (ca. 25 Euro), die man sich an den Arm kletten kann. Brenndauer: ca. acht Stunden. Merke: Wer nachts ohne eigenes Leuchtfeuer in den Bach fällt, ist weg. Und was man nicht sieht, kann man nicht retten.
Die Billig-Lösung: ein Knicklicht. Besser als gar nix.

* Was man nicht sieht, kann man aber vielleicht noch hören: Leider taugen die mitgelieferten Pfeifen an den Westen nichts: Sind sie nass, kommt kein Ton raus. Tip: Beim Yachtzubehör gibt's billige Turbo-Sturm-Pfeifen. Die dröhnen auch mit Wasser drin noch ganz ordentlich.

Nico-Signal.

Nico-Signal, durch eine Sorgleine und Schieber gesichert, Sechs-Schuss-Magazin (erhältlich in rot, weiß und grün).

* Steighöhe etwa 80 Meter
* wasserdicht bis zu einer Tauchtiefe von 40 Metern
* Leuchtdauer etwa sechs Sekunden
* ab 18 Jahre
* Helligkeit etwa 10.000 Candela

UK 2AAA - Kleinste und hellste Lampe.

Es werde Licht

* Ein kleine wasserdichte Halogen- oder LED-Taschenlampe sollte jeder dabei haben. Tipp: Die wasserdichten Xenon-Leuchten von UK Underwater Kinetiks sind die zurzeit hellsten und besten auf dem Markt. Und noch kleiner geht nicht.

Kurzwellenradio

* Ein kleiner SSB-tauglicher Weltempfänger sollte mit. Mindest-Raster: 1 Kilohertz. Für den Wetterbericht, der oft über Radiostationen gesendet wird.

* Ein kleines Diktiergerät zum Aufnehmen vom Wetterbericht. Oft zu schnell und zu englisch...

* TIP: Manche kleine, aber feine Weltempfänger schalten nicht nur sich selbst zu einer bestimmten Zeit ein, sondern über die Remote-Buchse auch das Diktiergerät.

UKW-Handfunke

* Was macht Ihr, wenn der Mast von oben gekommen ist und Hilfe herbeifunken wollt? Genau: Ein dummes Gesicht. Denn eine Ersatzantenne für die UKW-Funke ist garantiert nicht an Bord. Also besser gleich ein kleines UKW-Handfunk-Gerät mitnehmen. Es leistet auch gute Dienste beim Kontakt mit der Truppe, die gerade an Land ist. Der Umgang mit UKW-Funkgerät und GPS gehört für alle zur Sicherheitseinweisung.


GPS-Handgerät

Wer nicht navigieren kann, schwört auf sein GPS. So ein Satellitennavigator als Handgerät kann aber im Notfall, wenn die Stromversorgung zusammen gebrochen ist, ganz nützlich sein: Wenn die nackte Panik herrscht und niemand mehr einen Koppel-Ort hinkriegt. Außerdem kann man das Ding prima in der Rettungsinsel gebrauchen und per Handfunke die Retter lotsen. Und ab in den roten Beutel...


Wasserdichter Packsack

Wir haben bei unseren Törns mindestens einen großen wasserdichten Packsack dabei: knallrot - für den Notfall. Dort kommt vor dem Auslaufen alles rein, woran wir so sehr hängen: Geld, Papiere, Schecks, Schlüssel, Adressbücher von den Lieben daheim, ein wasserdichter Fotoapparat fürs Werbefoto der Versicherung in der "Yacht" - und natürlich die Handfunke, das GPS, das Feuerwerk, Signalspiegel, Nebelhorn, Taschenlampe, ein Messer, je nach Fahrtgebiet auch Proviant (besser in besonderem Beutel).

Einer ist zuständig

Für diesen Notpack ist einer an Bord zuständig. Der hat nix anderes zu tun, als im Notfall, wenn uns das Schiff verläßt, den Beutel zu greifen, Logbuch (!) und Karte reinzustopfen und in die Rettungsinsel zu befördern.

Alles Psychologie

Nur wenn die Crew weiß, dass die wichtigsten persönlichen Wertsachen in jedem Fall griffbereit liegen, wird sie nicht im entscheidenden Moment in den Kabinen rumwühlen, sondern wird sich (vielleicht) auf die Rettung der Yacht konzentrieren. Wer was macht im Notfall, wird festgelegt in der Seenotrolle.

Muss mit: Zirkel, Kompass, Dreiecke.

Damit kommen wir an

* Navi-Dreiecke (auf ausländischen Yachten oft nur ausgeleierte Parallel-Lineale)

* Vernünftiger Handpeilkompass (ich hab' im Navi-Schapp sogar schon Spielzeug-Kompanten gefunden). Oder gleich ein Fernglas mit integriertem Kompaß.

* Wasserdichtes Fernglas, das nicht blind ist.

* Übersegler für die Törnplanung daheim und unterwegs.

* See- und Hafenhandbücher, Leuchtfeuerverzeichnisse, Jachtfunkdienst. Empfehlenswert: die Macmillans für Nordsee und Mittelmeer (steht wirklich ALLES drin). Es gibt grafisch erstklassig aufbereitete Bücher mit exakten Übersichtskarten sowie Ansteuerungs- und Hafenplänen (Bartholmes, Denham/Radspieler, Doyle).

* Einige wichtige Nautische Tafeln aus dem Fulst (kostet fast 50 Euro). Tafeln wie Feuer in der Kimm und Höhenwinkel kann man sich aus Lehrbüchern kopieren.

* Sextant. Erstaunlich wie genau Astro-Positionen sind - meist nur um wenige Seemeilen "daneben". Auch für Abstandsbestimmungen und Horizontalwinkelmessungen sehr genau. Die Ephemeriden und die Höhentafeln nicht vergessen! Quarz-Uhr vorm Törn mit Funkuhr abgleichen. Der Mahagoni-Koffer kann daheim bleiben: Mindestens ein Schaumstoff-Polster passt auch in einen Flugumhänger.

Tipp: Unter www.kowama.de gibt einen Astro-Rechner, der tageweise die Ephemeriden ausspuckt. Spart die Anschaffung des Nautischen Jahrbuches.

Jetzt wird's ernst: Sicherheit

Rettungswesten - Wem sein Leben lieb und teuer ist, hat sein eigenes Lifebelt oder - besser- eine vollautomatische Rettungsweste im Gepäck, möglichst mit Spraykappe (gibt's auch zum Nachrüsten).

Tipp: Genau checken, ob am Ende des Gewindes für die CO-Patrone auch der O-Dichtungsring drin ist. Fest zuschrauben! Den empfindlichen Auslösering regelmäßig auswechseln. Ob die CO-Patrone noch schön voll ist, verrät übrigens die Briefwaage: Auf jeder Patrone ist das Gesamtgewicht in Gramm eingestanzt. Das muss exakt übereinstimmen.


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