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Nimm mich mit, Kapitän...

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Charterschiffe sind spartanisch ausgerüstet. Man sollte damit rechnen, daß wichtiges Zubehör nicht an Bord oder aber defekt ist. Viele nützliche kleine Dinge passen noch ins Charter-Gepäck. Wer mit LTU fliegt, kann auch Segelklamotten wie Ölzeug, Neopren-Anzüge, Schwimmflossen, Leinen, Bändsel und Rettungswesten (Patrone abdrehen!) als zusätzliches SPORTGEPÄCK mitnehmen. Bei anderen Ferienfliegern nachfragen. Automatische Rettungswesten müssen vorher bei der Airline angemeldet werden und können dann im normalen Gepäck mit. Nicht ins Handgepäck nehmen!

Was meist nicht an Bord ist

Darüber freut sich der Smutje

  • Ein Gasanzünder mit langem Schaft für den Herd

  • Kleine Gewürzsammlung. Man muß vor Ort ja nicht alles kaufen.

  • Geschirrhandtücher

Für die Bastelstunde

  • Ein kleines Vielfachmeßgerät, um Elektrowürmern auf die Spur zu kommen.

  • Takelzeug: Handschuh, Nadel, Segelgarn, breites Tape

Fessle mich!

  • Leinen und Bändsel. Vorschlag: Zwei jeweils zehn Meter kräftige Nylon-Leinen für Anker-Tripleine, Reitgewicht oder zum Verzurren vom aufgeblasenen Dinghi an Deck. Dazu mindestens zehn Bändsel (ein bis zwei Meter). Gerade Bändsel sind fast nie in genügender Anzahl an Bord.


Tripleine? Wat is dat dann?

Damit kommen wir an

  • Navi-Dreiecke (auf Yachten im Mittelmeer oft nur ausgeleierte Parallel-Lineale)

  • Vernünftiger Handpeilkompaß (ich hab' im Navi-Schapp sogar schon Spielzeug-Kompasse gefunden). Oder gleich ein Fernglas mit integriertem Kompaß.

  • Fernglas, das nicht blind ist

  • Übersegler für die Törnplanung daheim und unterwegs

  • Deutsche See- und Hafenhandbücher, Leuchtfeuerverzeichnisse, Jachtfunkdienst. Empfehlenswert: die Macmillans für Nordsee und Mittelmeer (steht wirklich ALLES drin). Hände weg von den DSV-Ringordnern: Es gibt längst bessere grafisch erstklassig aufbereitete Bücher mit exakten Übersichtskarten sowie Ansteuerungs- und Hafenplänen (Bartholmes, Denham/Radspieler).


(Brandaktuelle Revierinfos gibt's beim ESYS)

  • Einige wichtige Nautische Tafeln aus dem Fulst (kostet fast 50 Euro). Tafeln wie Feuer in der Kimm und Höhenwinkel kann man sich aus Lehrbüchern kopieren.

  • Sextant. Erstaunlich wie genau Astro-Positionen sind - meist nur um wenige Seemeilen "daneben". Auch für Abstandsbestimmungen und Horizontalwinkelmessungen sehr genau. Die Ephemeriden und die Höhentafeln nicht vergessen! Quarz-Uhr vorm Törn mit Funkuhr abgleichen. Der Mahagoni-Koffer kann daheim bleiben: Mindestens ein Schaumstoff-Polster paßt auch in einen Flugumhänger.


Jetzt wird's ernst: Sicherheit

Rettungswesten

  • Wem sein Leben lieb und teuer ist, hat sein eigenes Lifebelt oder - besser- eine vollautomatische Rettungsweste im Gepäck, möglichst mit Spraykappe (gibt's auch zum Nachrüsten). In der Sonderstelle für Schiffsicherung des WSA Nord in Neustadt (dort finden die Sicherheitslehrgänge der Kreuzer-Abteilung statt) hält man übrigens nicht viel von den Automaten: Rund 25 Prozent gehen nämlich bei den Übungen nicht auf.... Tip: Genau checken, ob am Ende des Gewindes für die CO-Patrone auch der O-Dichtungsring drin ist. Fest zuschrauben! Den empfindlichen Auslösering regelmäßig auswechseln. Ob die CO-Patrone noch schön voll ist, verrät übrigens die Briefwaage: Auf jeder Patrone ist das Gesamtgewicht in Gramm eingestanzt. Das muß exakt übereinstimmen.

    Tip von Michael Ruhland:
    Rettungswesten müssen wegen der CO-2-Patronen angemeldet werden. Die Druck-Patronen sind Gefahrgut und dürfen normalerweise nicht im Flugzeug transportiert werden. Es gibt aber nach den Gefahrgutvorschriften eine Ausnahmeregelung (z.B. für Rettungswesten). Wenn man das rechtzeitig bei der Luftfahrtgesellschaft anmeldet, gibt es keine Probleme. Wenn es erst bei der Gepäckkontrolle unmittelbar vor Abflug bemerkt wird, kann es Schwierigkeiten geben.

  • An die Rettungsweste gehört ein Licht. Funzeln mit Seewasserbatterien (Brenndauer: etwa vier Stunden) können nicht geprüft werden. Besser sind Blitzlampen (ca. 25 Euro), die man sich an den Arm kletten kann. Brenndauer: ca. acht Stunden. Merke: Wer nachts ohne eigenes Leuchtfeuer in den Bach fällt, ist weg. Und was man nicht sieht, kann man nicht retten.

  • Was man nicht sieht, kann man aber vielleicht (???) noch hören: Leider taugen die mitgelieferten Pfeifen an den Westen nichts: Sind sie naß, kommt kein Ton raus. Tip: Beim Yachtzubehör gibt's billige Turbo-Sturm-Pfeifen. Die dröhnen auch mit Wasser drin noch ganz ordentlich.

Taschen-Feuerwerk

  • Ein Nico-Signal mit zwei Magazinen zu je sechs/vier Schuß rot und weiß sollte man griffbereit haben. Nico-Signal bietet sowas neuerdings mit Metallverpackung an, angeblich kann's dann auch ins Fluggepäck. Die diversen Signalstifte, die man schon an Land nicht zusammengefummelt bekommt, sind Unsinn.

Es werde Licht

  • Ein kleine wasserdichte Halogen-Taschenlampe sollte jeder dabei haben.

Kurzwellenradio

  • Ein kleiner SSB-tauglicher Weltempfänger sollte mit. Mindest-Raster: 1 Kilohertz. Für den Wetterbericht, der oft über Radiostationen gesendet wird.

  • Ein kleines Diktiergerät zum Aufnehmen vom Wetterbericht. Oft zu schnell und zu englisch...

  • TIP: Manche kleine, aber feine Weltempfänger schalten nicht nur sich selbst zu einer bestimmten Zeit ein, sondern über die Remote-Buchse auch das Diktiergerät.

UKW-Handfunke

  • Was macht Ihr, wenn der Mast von oben gekommen ist und Hilfe herbeifunken wollt? Genau: Ein dummes Gesicht. Denn eine Ersatzantenne für die UKW-Funke ist garantiert nicht an Bord. Also besser gleich ein kleines UKW-Handfunk-Gerät mitnehmen. Der Umgang mit UKW-Funkgerät und GPS gehört für alle zur


Sicherheitseinweisung

GPS-Handgerät

  • Wer nicht navigieren kann, schwört auf sein GPS. So ein Satellitennavigator als Handgerät kann aber im Notfall, wenn die Stromversorgung zusammen gebrochen ist, ganz nützlich sein: Wenn die nackte Panik herrscht und niemand mehr einen Koppel-Ort hinkriegt. Außerdem kann man das Ding prima in der Rettungsinsel gebrauchen und per Handfunke die Retter lotsen.

    Und ab in den roten Beutel...

    Wasserdichter Packsack

    • Wir haben bei unseren Törns mindestens einen großen wasserdichten Packsack dabei: knallrot - für den Notfall. Hier kommt vor dem Auslaufen alles rein, woran wir so sehr hängen: Geld, Papiere, Schecks, Schlüssel, Adreßbücher von den Lieben daheim, ein wasserdichter Fotoapparat fürs Werbefoto der Versicherung in der "Yacht" - und natürlich die Handfunke, das GPS, das Feuerwerk, Signalspiegel, Nebelhorn, Taschenlampe, ein Messer, je nach Fahrtgebiet auch Proviant (besser in besonderem Beutel).

    Einer ist zuständig

    • Für diesen Notpack ist einer an Bord zuständig. Der hat nix anderes zu tun, als im Notfall, wenn uns das Schiff verläßt, den Beutel zu greifen, Logbuch (!!!!!!) und Karte reinzustopfen und in die Rettungsinsel zu befördern.

    • Alles Psychologie: Wenn die Crew weiß, daß die wichtigsten persönlichen Wertsachen in jedem Fall griffbereit liegen, wird sie nicht im entscheidenden Moment in den Kabinen rumwühlen, sondern wird sich (vielleicht) auf die Rettung der Yacht konzentrieren. Wer was macht im Notfall wird festgelegt in der Seenotrolle.
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